Über Twitter hatte ich mich vor wenigen Tagen in 140 Zeichen über meine damalige Meinung zur WM-Stimmung geäußert. Ich schrieb dort sinngemäß, dass ich mir bis dato nicht vorstellen könnte, kleine Deutschlandfahnen an mein Auto zu heften und mit dem Stolz des Sommermärchens 2006 durch die Gegend zu düsen. Schnell hagelte es aus den Kreisen meiner Follower Kritik.
Unser Sommermärchen war einmalig
Natürlich können wir uns bereits im Vorfeld auf diese Weltmeisterschaft freuen und Südafrika ist mit seiner gelebten Begeisterung mit Sicherheit ein ebenso guter Gastgeber, wie wir es vor vier Jahren auch waren. Aber die südafrikanische Mentalität ist zu unserer komplett verschieden und deswegen stellte ich mich zu Beginn der Weltmeisterschaft gegen die Fan-Gehabe vieler deutscher Autofahrer und Fußball-Fans.
Bereits während meiner Reise nach Kiel am vergangenen Freitag fiel mir auf, wie viele Menschen plötzlich ihren – zum Teil sehr unqualifizierten – Senf abgaben und dabei nicht einmal Abseits erklären können, geschweige denn von Südafrika eine Ahnung haben. Aber jedem das Seine
. Über Twitter und andere soziale Netzwerke flogen teilweise echt peinliche Kommentare.
Mit dem Start der Gruppe D begann die WM-Begeisterung
Bis zum ersten Spieltag in der Gruppe D war die WM zwar nett anzusehen, aber echte Highlights fehlten. Doch mit dem Sieg Ghanas begann auch meine Begeisterung für die WM in Südafrika zu steigen. Asamoah Gyan jubelt befreit auf nach seinem Elfmeter-Tor und die Fans auf den Rängen gehen voll ab. So feiern afrikanische Fans und so muss die WM auch laufen. Und dazu gehört auch die Vuvuzela!
Die Kinder meiner Nachbarn haben auch zwei dieser schrecklichen Tröten und wenn ich mir vorstelle, dass nicht nur zwei Tröten, sondere mehrere hundert oder gar tausend plötzlich losgehen, bin ich froh doch nicht im Stadion vor Ort zu sein. Aber für die Afrikaner gehört sie nun mal dazu – wie für uns Deutsche wahrscheinlich die kleinen Deutschlandfahnen am Auto und die schwarz-rot-gold bezogenen Rückspiegel.
Wie ich feiern werde
Aus diesem Grund werde ich persönlich lieber wie die Afrikaner feiern – aber natürlich ohne Vuvuzela und mich über jeden Sieg oder zumindest jedes Unentschieden einer afrikanischen Mannschaft freuen. Einfach aus Sympathie zu meiner „Heimat im Herzen“, wo ich mehrere wundervolle Monate erleben durfte. Und – bevor die Frage auftaucht – natürlich freue ich mich über jeden Sieg der deutschen Nationalmannschaft und hoffe, dass wir beim nächsten Public Viewing in Werther, Bielefeld, Osnabrück oder sonst wo gemeinsam feiern können J.
